Arbeitsschutz & Sicherheit

Neues Seminar: Alte Mineralwolle sicher entfernen, neue TRGS 521 im Blick behalten

Alte Mineralwolle ist in vielen Bestandsgebäuden weiterhin vorhanden und kann bei Sanierung, Rückbau oder Instandhaltung gesundheitsgefährdende Faserstäube freisetzen. Mit einem neuen Seminar unterstützt die ADUG Akademie Unternehmen dabei, Beschäftigte praxisnah auf diese Tätigkeiten vorzubereiten.

Zwei Fachkräfte in weißer Schutzkleidung und mit Atemschutz arbeiten in einem abgeschotteten Innenraum bei einer Asbestsanierung. Eine aufsichtführende Person überwacht die Arbeiten mit Tablet, während ein Mitarbeiter am Boden mit Werkzeug und Absaugung arbeitet.
Beitrag vom

18.08.2026

Kategorie

Arbeitsschutz & Sicherheit

Autor

Sascha Korthals

Alte Mineralwolle ist in vielen Bestandsgebäuden noch vorhanden. Bei Sanierungs, Umbau, Instandhaltungs oder Rückbauarbeiten können Beschäftigte deshalb schnell mit künstlichen Mineralfasern in Kontakt kommen. Werden alte Dämmstoffe ausgebaut, zerschnitten oder beschädigt, können Faserstäube freigesetzt werden. Entscheidend ist, die mögliche Gefährdung frühzeitig zu erkennen und die Arbeiten entsprechend zu organisieren.

Mit der im Mai 2026 veröffentlichten TRGS 521 wurden die Anforderungen für Tätigkeiten mit alter Mineralwolle aktualisiert. Für Unternehmen bedeutet das vor allem, bestehende Gefährdungsbeurteilungen, Arbeitsverfahren und Schutzmaßnahmen zu überprüfen und die Beschäftigten gezielt auf die jeweiligen Tätigkeiten vorzubereiten.

Alte Mineralwolle ist im Gebäudebestand weiterhin ein Thema

Mineralwolle wurde und wird in Gebäuden in großem Umfang zur Wärme, Schall und Brandschutzdämmung eingesetzt. Typische Einsatzbereiche sind Dächer, Fassaden, Innenwände, Rohrleitungen, Lüftungsanlagen und technische Isolierungen.

Problematisch sind insbesondere ältere Mineralwolleprodukte. Bei Tätigkeiten an diesen Materialien können lungengängige Faserstäube freigesetzt werden. Je nach Art des Materials und der Tätigkeit können daraus erhebliche Anforderungen an den Arbeitsschutz entstehen.

Gerade bei Arbeiten im Bestand ist häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar, wann das Dämmmaterial eingebaut wurde und um welches Produkt es sich handelt. Deshalb müssen Unternehmen bereits vor Beginn der Arbeiten klären, welche Informationen über das verbaute Material vorliegen und wie mit fehlenden oder unklaren Angaben umzugehen ist.

Die Gefährdungsbeurteilung steht am Anfang

Vor Tätigkeiten mit alter Mineralwolle ist eine Gefährdungsbeurteilung erforderlich. Dabei reicht es nicht aus, lediglich festzustellen, dass Mineralwolle vorhanden ist.

Entscheidend ist insbesondere:

  • Welche Art von Mineralwolle liegt vor?
  • Wann wurde das Material eingebaut?
  • Welche Tätigkeit soll durchgeführt werden?
  • Wie stark wird das Material mechanisch beansprucht?
  • In welchem Umfang können Faserstäube freigesetzt werden?
  • Welche technischen, organisatorischen und persönlichen Schutzmaßnahmen sind erforderlich?

Die TRGS 521 unterscheidet Tätigkeiten anhand verschiedener Expositionskategorien. Diese Einordnung bildet eine wesentliche Grundlage für die Auswahl der erforderlichen Schutzmaßnahmen.

Von staubarmen Verfahren bis zum Atemschutz

Das Schutzmaßnahmenkonzept richtet sich danach, mit welcher Faserstaubexposition bei der jeweiligen Tätigkeit zu rechnen ist.

Wo immer möglich, sollten Arbeitsverfahren so gewählt werden, dass möglichst wenig Staub entsteht. Dazu gehören beispielsweise eine vorsichtige Demontage, geeignete Absaugverfahren und eine staubarme Reinigung der Arbeitsbereiche.

Je nach Expositionskategorie können zusätzliche Maßnahmen erforderlich werden. Dazu gehören unter anderem Zugangsbeschränkungen, Kennzeichnung der Arbeitsbereiche, technische Absaugung oder Luftreinigung, geeignete Schutzkleidung sowie Atemschutz.

Auch die Reinigung nach Abschluss der Arbeiten ist ein wichtiger Bestandteil des Schutzkonzeptes. Trockenes Kehren oder das Abblasen von Staub sind für solche Tätigkeiten keine geeigneten Reinigungsverfahren. Ziel muss immer sein, eine unnötige Freisetzung und Verschleppung von Faserstäuben zu vermeiden.

Auch Verpackung und Entsorgung gehören zum Arbeitsschutz

Ausgebaute Mineralwolle darf nicht unkontrolliert auf der Baustelle gesammelt oder transportiert werden. Die Abfälle müssen so verpackt werden, dass während der weiteren Handhabung möglichst keine Fasern freigesetzt werden.

Geeignete und verschlossene Verpackungen sowie eine eindeutige Kennzeichnung sorgen dafür, dass Mineralwolle beim innerbetrieblichen Transport, bei der Zwischenlagerung und bei der Entsorgung sicher gehandhabt werden kann.

Damit endet der Arbeitsschutz nicht mit dem Ausbau des Dämmstoffes. Die gesamte Prozesskette von der Demontage über Reinigung und Verpackung bis zur Entsorgung muss berücksichtigt werden.

Beschäftigte müssen wissen, worauf es ankommt

Technische Schutzmaßnahmen allein reichen nicht aus. Beschäftigte müssen verstehen, warum bestimmte Arbeitsweisen erforderlich sind und wann zusätzliche Schutzmaßnahmen eingesetzt werden müssen.

Dazu gehören Kenntnisse über die gesundheitlichen Gefährdungen durch Faserstäube ebenso wie der richtige Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung, staubarmen Arbeitsverfahren und kontaminierten Arbeitsbereichen.

Eine tätigkeitsbezogene Unterweisung bleibt deshalb ein zentraler Bestandteil der betrieblichen Organisation.

Unsere Empfehlung

Unternehmen, die Sanierungs, Rückbau oder Instandhaltungsarbeiten in Bestandsgebäuden durchführen, sollten das Thema Mineralwolle frühzeitig in ihre Arbeitsvorbereitung aufnehmen.

Prüfen Sie insbesondere, ob bei Ihren typischen Tätigkeiten alte Mineralwolle auftreten kann, ob ausreichende Informationen über die verwendeten Materialien vorliegen und ob Ihre Gefährdungsbeurteilungen und Schutzmaßnahmen den aktuellen Anforderungen entsprechen.

Besonders wichtig ist, dass Beschäftigte nicht erst während der Arbeiten entscheiden müssen, wie mit einem unbekannten Dämmstoff umzugehen ist. Verantwortlichkeiten, Arbeitsverfahren und Schutzmaßnahmen sollten bereits im Vorfeld eindeutig festgelegt sein.

Neues Schulungsangebot der ADUG Akademie

Mit unserem neuen Seminar „Sicherer Umgang mit alter Mineralwolle nach TRGS 521“ erweitert die ADUG Akademie ihr Schulungsangebot im Bereich Gefahrstoffe und Arbeiten im Gebäudebestand.

Das praxisorientierte Tagesseminar vermittelt die wesentlichen Anforderungen der TRGS 521 für Tätigkeiten mit alter Mineralwolle. Die Teilnehmenden lernen, Gefährdungen durch Faserstäube richtig einzuschätzen, Tätigkeiten den Expositionskategorien zuzuordnen und geeignete technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen sicher in der betrieblichen Praxis umzusetzen.

Zu den Schulungsinhalten gehören unter anderem:

  • Anwendungsbereich der TRGS 521 und Abgrenzung zwischen alter und neuer Mineralwolle
  • Gesundheitsgefahren durch Faserstäube und künstliche Mineralfasern
  • Baujahrbewertung und Umgang mit fehlenden Produktinformationen
  • Gefährdungsbeurteilung, Betriebsanweisung und Unterweisung
  • Expositionskategorien 1, 2 und 3
  • Staubarme Arbeitsverfahren, Absaugung und Reinigung
  • Auswahl und Anwendung geeigneter persönlicher Schutzausrüstung
  • Einrichtung und Kennzeichnung von Arbeitsbereichen
  • Verpackung, Transport und fachgerechte Entsorgung

Das Seminar richtet sich insbesondere an Unternehmen und Beschäftigte aus Bau, Ausbau, Sanierung, Instandhaltung, technischer Isolierung, SHK, Elektro, Trockenbau, Dach, Fassade, Facility Management und Gebäudetechnik.

Fazit

Alte Mineralwolle wird Unternehmen im Gebäudebestand noch viele Jahre beschäftigen. Entscheidend ist deshalb nicht allein, das Material zu erkennen. Unternehmen müssen auch beurteilen können, welche Gefährdungen bei der konkreten Tätigkeit entstehen und welche Schutzmaßnahmen daraus folgen.

Mit einer geeigneten Gefährdungsbeurteilung, klaren Arbeitsverfahren, wirksamen Schutzmaßnahmen und gut geschulten Beschäftigten lassen sich Tätigkeiten mit alter Mineralwolle sicher und strukturiert durchführen.

Mineralwolle erkennen. Faserstaub vermeiden. Sicher arbeiten.

Bereiten Sie Ihre Beschäftigten gezielt auf Tätigkeiten mit alter Mineralwolle vor. In unserem praxisorientierten Tagesseminar vermitteln wir die wichtigsten Anforderungen der TRGS 521 und zeigen, wie Schutzmaßnahmen im betrieblichen Alltag umgesetzt werden können.

Jetzt Seminarplatz sichern und Beschäftigte für den sicheren Umgang mit alter Mineralwolle qualifizieren.