Arbeitsschutz & Sicherheit

Brandabschottungen richtig planen, einbauen und dokumentieren

Brandabschottungen gehören zu den zentralen Bausteinen des baulichen Brandschutzes. Überall dort, wo Kabel, Leitungen oder Rohre durch Brandwände, Decken oder raumabschließende Bauteile geführt werden, entsteht ein kritischer Punkt. Wird dieser Durchbruch nicht fachgerecht verschlossen, kann sich Feuer oder Rauch im Ernstfall deutlich schneller ausbreiten.

Brandabschottung an einer technischen Wand mit Rohrdurchführungen, Kabelbündel und fachgerecht abgedichteten Öffnungen im industriellen Innenbereich.
Beitrag vom

22.06.2026

Kategorie

Arbeitsschutz & Sicherheit

Autor

Sascha Korthals

Warum Brandabschottungen mehr sind als ein technisches Detail

In der Praxis werden Brandabschottungen häufig unterschätzt. Ein Kabel wird nachgezogen, eine Rohrleitung ergänzt oder eine Öffnung provisorisch verschlossen. Was auf der Baustelle oder in der Instandhaltung zunächst wie eine Kleinigkeit wirkt, kann im Brandfall gravierende Folgen haben. Die Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie stellt klar, dass sie unter anderem für die Führung von Leitungen durch raumabschließende Bauteile wie Wände und Decken gilt. Leitungsanlagen in Rettungswegen sind nur zulässig, wenn die Nutzung als Rettungsweg im Brandfall ausreichend lange möglich bleibt. Auch aus der Musterbauordnung ergibt sich das Grundprinzip eindeutig: Der Ausbreitung von Feuer und Rauch muss vorgebeugt werden. Leitungen dürfen durch raumabschließende Bauteile nur geführt werden, wenn eine Brandausbreitung nicht zu befürchten ist oder geeignete Vorkehrungen getroffen werden.

Falscher Einbau kann Haftungs- und Versicherungsfragen auslösen

Ein besonders sensibler Punkt ist der Versicherungsschutz. Pauschale Aussagen wie „bei falscher Brandabschottung zahlt die Versicherung nicht“ wären fachlich zu grob. Richtig ist: Im Schadenfall wird regelmäßig geprüft, ob Brandschutzanforderungen eingehalten wurden, ob Mängel bekannt waren und ob Pflichten verletzt wurden.

Bei fehlerhaft eingebauten, nicht zugelassenen oder nichtdokumentierten Abschottungssystemen können sich daraus erhebliche Risiken ergeben. Dazu gehören Rückfragen des Versicherers, mögliche Kürzungen je nach Versicherungsvertrag, Regressforderungen gegenüber Verursachern oder ausführenden Unternehmen sowie haftungsrechtliche Auseinandersetzungen zwischen Betreiber, Errichter, Planer und Instandhalter. Versicherer können nach einem regulierten Schaden unter bestimmten Voraussetzungen Rückgriff nehmen, insbesondere wenn ein Schaden durch Pflichtverletzungen oder grobe Fahrlässigkeit mit verursacht wurde.

Für Unternehmen bedeutet das: Fachgerecht ausgeführte und nachvollziehbar dokumentierte Brandabschottungen sind nicht nur eine Frage der Sicherheit. Sie sind auch ein wichtiger Baustein für Rechtssicherheit, Betreiberverantwortung und Risikominimierung.

Was Teilnehmende im ADUG Seminar lernen

Das Seminar der ADUG Akademie vermittelt die relevanten rechtlichen, technischen und organisatorischen Grundlagen. Im Fokus stehen unter anderem die fachgerechte Planung, Errichtung, Prüfung und Dokumentation von Brandabschottungen in raumabschließenden Wänden und Brandwänden. Behandelt werden auch die Pflichten von Errichterfirmen, die Kennzeichnung und Dokumentation sowie der Umgang mit bauaufsichtlichen Nachweisen, Zulassungen,Sonderlösungen und unterschiedlichen Abschottungssystemen.

Zu den Seminarinhalten gehören insbesondere:

  • Grundlagen der Brandabschottung
  • rechtliche Anforderungen und Betreiberpflichten
  • Sachkundevermittlung nach § 2 Absatz 7 BetrSichV und TRBS 1203
  • Bedeutung von Brandwänden und raumabschließenden Bauteilen
  • Pflichten beim Einbau, bei der Kennzeichnung und bei der Dokumentation
  • Umgang mit allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen und Zulassungen
  • Abschottungssysteme für Kabel, Leitungen, Rohre und Installationen
  • Sonderlösungen und Abweichungen von Regelausführungen
  • Prüfung und Bewertung vorhandener Brandabschottungen
  • Erkennen typischer Mängel und Fehlerquellen
  • Dokumentation, Prüfprotokolle und Fehlermanagement
Für wen ist das Seminar besonders relevant?

Das Seminar richtet sich an Fachunternehmen aus Elektro, IT, SHK, Trockenbau und Ausbaugewerken, an Monteure, die Kabel, Leitungen oder Rohre durch Brandwände und raumabschließende Bauteile führen, sowie an Facility Manager, Haustechniker, Instandhaltungspersonal, Bauleiter, Projektleiter und Objektverantwortliche. Auch Sicherheitsingenieure, Brandschutzbeauftragte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit profitieren von der praxisnahen Einordnung.

Gerade für Betreiber von Gebäuden ist das Thema relevant. Denn wer Brandabschottungen prüfen, bewerten oder dokumentieren muss, benötigt ein klares Verständnis dafür, welche Ausführung zulässig ist, welche Abweichungen kritisch sind und welche Nachweise im Bestand erforderlich werden.

Fazit: Wer Brandabschottungen versteht, reduziert Risiken

Brandabschottungen funktionieren nur dann zuverlässig, wenn System, Einbau, Nutzung, Kennzeichnung und Dokumentation zusammenpassen. Fehler entstehen häufig nicht aus böser Absicht, sondern durch fehlendes Wissen, Zeitdruck, unklare Zuständigkeiten oder nachträgliche Änderungen im Bestand.

Das Seminar der ADUG Akademie schafft hier praktische Handlungssicherheit. Teilnehmende lernen, Abschottungssysteme korrekt einzuordnen, Mängel zu erkennen, Dokumentationspflichten umzusetzen und Anforderungen aus Zulassungen, DIN 4102, Musterbauordnung, MLAR, BetrSichV und TRBS 1203 praxisnah anzuwenden. Ziel ist es, Brandschutzmängel zu reduzieren, Haftungsrisiken zu senken und die Sicherheit von Gebäuden im Brandfall zu verbessern.

Brandabschottungen sicher beherrschen

Machen Sie Ihr Team fit für den fachgerechten Umgang mit Brandabschottungen. Jetzt Seminarplatz bei der ADUG Akademie sichern und Risiken bei Einbau, Prüfung und Dokumentation gezielt reduzieren.