ZAF Jahrestreffen 2026 in Herdecke, Austausch, Impulse und gelebter Arbeitsschutz
Das ZAF Jahrestreffen 2026 fand im Cuno Forum Herdecke statt. Die ADUG war diesjähriger Ausrichter und Mitveranstalter. Im Mittelpunkt standen Deeskalation, psychische Gefährdungsbeurteilung, künstliche Intelligenz im Arbeitsschutz sowie eine Kraftwerksbegehung der GuD-Anlage Herdecke der Mark-E.

15.06.2026
Arbeitsschutz & Sicherheit
Sascha Korthals
Am 11. Juni 2026 fand das diesjährige Jahrestreffen des Zero Accident Forums, kurz ZAF, im Cuno Forum in Herdecke statt. Die ADUG war in diesem Jahr Ausrichter und Mitveranstalter der Veranstaltung und durfte zahlreiche Teilnehmende zu einem intensiven Tag rund um Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Prävention und betriebliche Praxis begrüßen.
Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragestellungen aus der Arbeitswelt: Wie gelingt es, Sicherheitstrainings aus der Praxis heraus weiterzuentwickeln? Wie kann die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung pragmatisch umgesetzt werden? Und welche Rolle spielt künstliche Intelligenz künftig im beruflichen Alltag und im Arbeitsschutz?
Nach dem Eintreffen und ersten Austausch startete das Programm mit der Begrüßung und einem Überblick über aktuelle Zahlen, Daten und Fakten. Anschließend gab Sascha Korthals von der ADUG Akademie einen Impuls zum Thema „Vom internen Erfolgsformat zum buchbaren Sicherheitstraining: Deeskalation für den professionellen Kundenkontakt“. Der Vortrag zeigte, wie aus einem intern bewährten Schulungsformat ein praxisnahes Sicherheitstraining entstehen kann, das auch externen Unternehmen einen konkreten Mehrwert bietet.
Ein weiterer fachlicher Schwerpunkt lag auf der psychischen Gefährdungsbeurteilung. Jennifer Hildebrand von Bakelite Synthetics und der Universität Münster stellte unter dem Titel „Gefährdungsbeurteilung Psyche, pragmatisch statt perfekt“ einen praxisorientierten Zugang zu einem Thema vor, das in vielen Betrieben weiterhin herausfordernd ist. Der Beitrag machte deutlich, dass es nicht darum geht, perfekte Systeme aufzubauen, sondern wirksame, nachvollziehbare und umsetzbare Prozesse zu schaffen.
Auch die digitale Entwicklung wurde aufgegriffen. Philipp Götte von der Deutschen Bahn zeigte anhand konkreter Beispiele, wie künstliche Intelligenz im beruflichen Alltag eingesetzt werden kann und welche Bezüge sich daraus zum Arbeitsschutz ergeben. Gerade für Unternehmen, Führungskräfte und Arbeitsschutzakteure wird dieses Thema in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen.
Nach der Mittagspause standen Wissensaustausch und offene Diskussion im Fokus. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen einzubringen, Fragen zu stellen und unterschiedliche Perspektiven aus der betrieblichen Praxis zu diskutieren.
Ein besonderes Highlight des Tages war die anschließende Führung durch die Gas- und Dampfturbinenanlage, kurz GuD-Anlage, Herdecke der Mark-E. Die Kraftwerksbegehung bot einen direkten Einblick in komplexe technische Anlagen, betriebliche Abläufe und praktische Anforderungen an Sicherheit, Organisation und Prävention. Gerade dieser Praxisbezug machte deutlich, wie wichtig es ist, Arbeitsschutz nicht nur theoretisch zu betrachten, sondern vor Ort erlebbar zu machen.
Das ZAF Jahrestreffen 2026 zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll fachlicher Austausch, Praxisnähe und starke Netzwerke für eine moderne Präventionskultur sind. Die ADUG freut sich, als diesjähriger Ausrichter und Mitveranstalter Teil dieses Formats gewesen zu sein und den Austausch zu Sicherheit, Gesundheit und Verantwortung im Arbeitsleben aktiv mitzugestalten.
Fazit
Arbeitsschutz lebt vom Austausch, von konkreten Erfahrungen und vom Blick in die Praxis. Das ZAF Jahrestreffen 2026 hat genau diese Verbindung geschaffen: aktuelle Impulse, offene Diskussionen und praktische Einblicke in eine anspruchsvolle technische Arbeitsumgebung.
Die ADUG bedankt sich sehr herzlich bei allen Teilnehmenden, Referentinnen, Referenten und Partnern für den gelungenen Tag in Herdecke.